In eigener Sache – Lobbyarbeit und ich

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Die ersten Behauptungen, ich würde diese Lobbyarbeit machen, um Geld zu verdienen, trudeln bei mir ein. Natürlich. Ich bekomme OVER 9000! oder so. Nein. Ich bekomme keinen Cent für diese Arbeit. Keinen Euro, keine Dollar, Peseten, Rubel oder Warengutscheine.

Ich opfere meine Freizeit. Ich habe noch nie irgendetwas in meiner Karriere als Aktivist gegen Geld gemacht. Ich habe eher meinen Job aufs Spiel gesetzt, habe manchmal meine Miete nicht zahlen können und war auch mal ne zeitlang nicht krankenversichert.

Da diese Aussage den meisten Menschen nicht reicht, mache ich mich jetzt nackt: Ich bin ALG I -Empfänger mit einem Nebenjob von 5 Stunden die Woche. Ich habe noch 8 Monate, eine Anstellung zu bekommen, dann läuft das ALG I aus.

Ich schreibe das hier so offen hin, weil Lobbyarbeit transparent sein muss, für jeden nachvollziehbar.

Ja, wenn meine Arbeit dazu führt, dass es plötzlich Fördertöpfe für Projekte gibt, werde ich mich drauf bewerben. Dann kann ich vielleicht ohne Existenzsorgen und -nöte im Hinterkopf weiter für die Sache arbeiten. Für ein freies Netz – ohne Zensur. Für Demokratie und das Recht auf freie Kommunikation. Überall. Und wenn nicht ich, dann haben andere die Chance, genau das zu tun – ich wünsche jetzt schon allen viel Erfolg.

6 Antworten zu “In eigener Sache – Lobbyarbeit und ich”

  1. Simon Lange sagt:

    Mach Dir nichts draus. „Over9000″ ist ein seit der LMVB existierendes Diffamierungs-Tool, das gerne Unwahrheiten postuliert.

    Wer Pseudo-tragende Schandmäuler (wie over9000) ohne Belege Glauben schenkt, der hat einfach fehlende Medienkompetenz bewiesen. 😀

    Also alles Easy.

  2. tante sagt:

    „Lobby“ ist ein in gewisser Weise verbranntes Wort und damit handelst Du Dir wahrscheinlich jede Menge unreflektierten Widerstand ein.

    Ich persönlich finde die Transparenz, die Du hier an den Tag legst, ganz phantastisch. Nenns das nächste mal nicht „Lobbying“ und schon hast Du wahrscheinlich gar keinen Widerspruch mehr, das ist nur Beißreflex.

    Ansonsten zitiere ich @fasel auf Twitter: Als Du sagtest, Du wirst nicht bezahlt, war sein einziger Kommentar „sollte er aber!“ und genau so sehe ich das auch. Du machst tolle Arbeit und es ist mindestens beklagenswert, dass wir es nicht schaffen, solche Arbeit (bzw. die Leute, die sie machen) zu finanzieren.

    • Simon Lange sagt:

      Solange die Basis zu lauten Teilen aus Neidern besteht, werden wir wohl nie wichtige Stellen kompetent mittels angemessener Entlohnung besetzen können.

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