Ich bin Alltagssexist, aber ich arbeite daran!

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Ich bin ein Alltagssexist. Ich schaue Frauen auf den Hintern und auf ihre Brüste. In der U-Bahn, im Supermarkt oder auch auf der Straße. Werbung mit leichtbekleideten Frauen darin finde ich gut.

Wenn mich Frauen nach technischen Sachverhalten fragen, erkläre ich es ihnen anders, als wenn ein Mann mich fragt. Ich verändere das Niveau der Erklärung – nach unten.

Ich schaue beim Überholen von der lahmen Sau vor mir, ist doch bestimmt ne Frau! Wenn ich aus dem Bürofenster jemanden beim Einparken beobachte, der sich besonders kompliziert anstellt, erwarte ich, dass eine Frau aus dem dann parkenden Auto aussteigt.

Und wenn ich ehrlich bin: es nervt mich. Und das jeden Tag immer wieder. Ich weiß, dass dieses Verhalten falsch ist. Um genau zu sein, ist es sexistisch. Es entwürdigt andere Menschen, die nicht meinem Geschlecht angehören. Es erklärt sie zu Objekten, raubt ihnen einen Teil ihres Menschseins.

Ich will das alles nicht vorleben, weil es prägt. Noch mehr, es verstärkt und bestätigt sich immer wieder selbst, will mich und andere in vorgegebene Förmchen packen. Förmchen, die nicht zu uns passen. Ich weiß das alles. Ich weiß das alles und dennoch finde ich mich immer wieder in diesem Förmchen.

Ich versuche, mich nicht von ihnen formen zu lassen. Versuche auszubrechen, aufzuzeigen, aufzuklären. Es gelingt stellenweise, zeitweise, teilweise. Und dann, wenn ich nicht aufpasse, schnappt das Gummiband zurück und ich ertappe mich wieder dabei, in ihnen zu denken. In diesen Augenblicken schäme ich mich dafür. Vor mir und vor den anderen Geschlechtern.

Dann versuche ich mich zusammen zu reißen, noch besser aufzupassen, noch mehr an mir zu arbeiten. Aber für je zwei Schritte vor kommt gefühlt ein Schritt zurück. Und es wird mir dabei nichts einfach gemacht. Es ist so erschreckend einfach mit zu schwimmen.

Ich wurde über die letzten 30 Jahre als Mann sozialisiert. Ich bin in einer sexistschen Umgebung aufgewachsen, ohne das wissen oder reflektieren zu können. Für meine Eltern und mein Umfeld waren die Vorurteile und kleinen Späße gegenüber anderen Geschlechtern kein Problem, wurden auch nicht thematisiert.

Heute weiß ich ob der diskriminierenden Handlungen und Aussagen, musste dieses Wissen aber erst in langen Gesprächen lernen. In langen Gesprächen, in denen mir die Opfer der kleinen Späße und der beleidigenden Äußerungen ihre Sicht, ihr Empfinden und ihre Rezeption dieses, meines Handelns erklärt haben.

Es war nicht einfach, zuzuhören, nicht einfach, anzuerkennen, dass ich selbst der Unterdrücker war. Ich brauchte Zeit, zu verstehen, dass ich in dieser Gesellschaft bevorzugt behandelt werde. Ich glaubte, zu den Guten zu gehören und musste feststellen, dass ich trotzdem Schlechtes tat.

Zum ersten Mal mit meinem Handeln konfrontiert sah ich mich gar selbst in der Opferrolle – der Feminismus will mich diskriminieren! Die Beispiele sexistischen Handelns empfand ich als Bedrohung, als Herabsetzung meiner selbst. „So bin ich nicht!“
Heute weiß ich: Ich bin so.

Aber ich will so nicht bleiben. Ich arbeite daran, in langsamen Schritten. Es ist ein schwerer Weg, der sich aber lohnt zu gehen. Und während ich so diesen Weg gehe, sage ich mir, wer und was ich bin, damit ich nicht so bleibe: Ich bin @herrurbach und @acid23 und ich bin Alltagssexist. Ich arbeite daran.

Dieser Text erschien zuerst beim Kegelklub.

46 Antworten zu “Ich bin Alltagssexist, aber ich arbeite daran!”

  1. @lainee42 sagt:

    Ich bin ein Alltagssexist. Ich schaue Männern auf den Hintern und auf ihre Brust. In der U-Bahn, im Supermarkt oder auch auf der Straße. Werbung mit leichtbekleideten Männern darin finde ich gut.

    Wenn mich Männer nach Lebensmitteln in Kühlschränken fragen, erkläre ich es ihnen anders, als wenn eine Frau mich fragt. Ich verändere das Niveau der Erklärung – nach unten.

    Ich schaue beim Überholen von der lahmen Sau vor mir, ist doch bestimmt ein Mann! Wenn ich aus dem Bürofenster jemanden beim Einparken beobachte, der sich besonders kompliziert anstellt, erwarte ich, dass ein Mann aus dem dann parkenden Auto aussteigt.

    Und wenn ich ehrlich bin: es nervt mich. Und das jeden Tag immer wieder. Ich weiß, dass dieses Verhalten falsch ist. Um genau zu sein, ist es sexistisch. Es entwürdigt andere Menschen, die nicht meinem Geschlecht angehören. Es erklärt sie zu Objekten, raubt ihnen einen Teil ihres Menschseins.

    Ich will das alles nicht vorleben, weil es prägt. Noch mehr, es verstärkt und bestätigt sich immer wieder selbst, will mich und andere in vorgegebene Förmchen packen. Förmchen, die nicht zu uns passen. Ich weiß das alles. Ich weiß das alles und dennoch finde ich mich immer wieder in diesem Förmchen.

    Ich versuche, mich nicht von ihnen formen zu lassen. Versuche auszubrechen, aufzuzeigen, aufzuklären. Es gelingt stellenweise, zeitweise, teilweise. Und dann, wenn ich nicht aufpasse, schnappt das Gummiband zurück und ich ertappe mich wieder dabei, in ihnen zu denken. In diesen Augenblicken schäme ich mich dafür. Vor mir und vor den anderen Geschlechtern.

    Dann versuche ich mich zusammen zu reißen, noch besser aufzupassen, noch mehr an mir zu arbeiten. Aber für je zwei Schritte vor kommt gefühlt ein Schritt zurück. Und es wird mir dabei nichts einfach gemacht. Es ist so erschreckend einfach mit zu schwimmen.

    Ich wurde über die letzten 40 Jahre als emanzipierte Frau sozialisiert. Ich bin in einer sexistschen Umgebung aufgewachsen, und kann das alles wissen oder reflektieren. Für meine Eltern und mein Umfeld waren die Vorurteile und kleinen Späße gegenüber anderen Geschlechtern ein Problem, wurden auch thematisiert. Ich lache trotzdem.

    Heute weiß ich ob der diskriminierenden Handlungen und Aussagen, musste dieses Wissen nichtmal in langen Gesprächen lernen. Weil ich selbst Opfer der kleinen Späße und der beleidigenden Äußerungen anderer war.

    Es war einfach, zuzuhören, einfach, anzuerkennen, dass ich selbst auch Unterdrücker war. Ich hatte alle Zeit, zu erkennen, dass ich in dieser Gesellschaft trotzdem bevorzugt behandelt werde, wenn ich mich nur durchsetze. Ich glaubte, zu den Guten zu gehören und musste feststellen, dass ich trotzdem Schlechtes tat.

    Zum ersten Mal mit meinem Handeln konfrontiert sah ich mich gar selbst in der Opferrolle – der Feminismus will mich diskriminieren! Die Beispiele sexistischen Handelns empfand ich als Bedrohung, als Herabsetzung meiner selbst. “So bin ich nicht!”
    Heute weiß ich: Ich bin so.

    Aber ich will so nicht bleiben. Ich arbeite daran, in langsamen Schritten. Es ist ein schwerer Weg, der sich aber lohnt zu gehen. Und während ich so diesen Weg gehe, sage ich mir, wer und was ich bin, damit ich nicht so bleibe: Ich bin @lainee42 und ich bin Alltagssexist. Ich arbeite daran.

  2. Jonathan sagt:

    Find ich gut. Das dran arbeiten find ich gut.
    Die beschriebenen Szenarien kann ich nachvollziehen, allerdings bin ich ein schräger Vogel und kann auch auf niedrigem Niveau mit Frauen als auch Männern sprechen. Für mich kommt es sehr auf die Persönlichkeit an. Davon ab kenne ich auch Frauen, die verdammt gut fahren können und nur auf Bitten ihrer Mutter (kein Sexismus, true story) vom Kauf eines großen Motorrads absahen.

    Wenn ich Frauen oder Männer betrachte denke ich an Fotos, was ich mit ihnen anstellen könnte, in welche Rolle sie passen und so weiter. Spiele gerade mit einem Studienkollegen etwas mit der Idee über Sexismus, Gender Identity und die Kinsey Skala Kurzfilmchen zu machen.

    Cooler Eintrag und tut mir Leid um die Menschen, die weder https links verstehen, noch Artikel lesen können auf fb.

  3. Dennis sagt:

    Hey Stephan!

    Ein wirklich klasse Post, hat mich sehr zum nachdenken angeregt.

    Worüber ich an der Stelle besonders grübeln musste: Ist es ein Problem, wenn man das Niveau der Erklärung von technischen Dingen nach unten schraubt, weil man mit einer Frau redet?

    Ich kann das Problem daran sehen, es wirkt auch für mich in gewisser Weise falsch.

    Doch es geht ja nicht darum, jemanden für dumm zu erklären. Ziel ist es etwas zu erklären so dass man sich versteht, das Niveau passt sich dann ja ganz von alleine im Laufe des Gesprächs an.
    Nur am Anfang, wenn man sein Gegenüber noch nicht kennt muss man eben eine Annahme treffen auf welchem Level man anfängt und da hat man eben nur seinen eigenen Erfahrungsschatz auf den man zurück greifen kann.

    Auch wenn das in gewisser Weise sexistisch ist, meiner Erfahrung nach musste ich bisher Frauen technische Probleme meist anders erklären als Männern. Also fange ich meist auch auf einem anderen Niveau etwas zu erklären.

    Wirklich richtig fühlt es sich nicht an, aber rein statistisch kommt man so denke ich effektiver ans Ziel.

    Wenn man eine Person noch nicht kennt und man muss Annahmen treffen bleiben leider nur die Schubladen die man im laufe der Jahre aufgebaut hat. Was sicherlich auch schnell in die Hose gehen kann, daher sollte man damit durchaus sehr vorsichtig sein.

    Grüße,
    Dennis

  4. Huch? Da ich ich ja wesentlich weniger sexistisch als du.

    Ich schraube das Niveau meiner Erklärungen (technisch, politisch, sonstige) dem erwarteten Niveau meines Gegenübers.

    Ich habe seit Jahren mit guten weiblichen und guten männlichen, mit schlechten weiblichen und schlechten männlichen Mitarbeitern zu tun.

    Wenn ein Fehler gemacht wird, wird gleichsam geschimpft (in 1:1 Gespräch). Es ist mir vollkommen egal, ob Mann oder Frau.

    Aber wenn ich eine attraktive Frau sehe, dann schaue ich sie mir an.

    (fast)Nackte Frauen in der Werbung interessieren mich nicht und reduzieren erheblich meine Lust, mich auf das beworbene Produkt einzulassen. Sie dienen ja bekanntlich der Manipulation, wie die meiste Werbung es so gerne tut.

    Und an sich selbst arbeiten sollte jede/r von uns. Denn nur so werden wir bessere Menschen. Und das sollte unser aller Bestreben sein.

  5. NeoXtrim sagt:

    Klasse. Willkommen im Klub derer, die diese Welt mit anderen Augen sehen (wollen) :-)

  6. uberDirk sagt:

    Interessanterweise hatte ich gerade letzte Woche einen ähnlichen Gedanken. Als auf der Autobahn jemand wie irre angerast kam und mir Lichthupe gegeben hatte, hatte ich sofort einen Mann im Sinn. Es war dann auch ein Mann, aber ich habe mich gefragt, wieso ich gleich an einen Mann gedacht habe.
    Den gleichen Gedanken hatte ich auch bei dem letzten Fußballspiel das ich besucht habe und mir jemand sein Bier übergeschüttet hat. Nicht nur, dass mich die unglaubliche Bierverschwendung aufgeregt hat, ich hatte gleich wieder einen Mann im Sinn.

    Jedoch muss ich auch sagen, dass ich wirklich keine Frau (und auch keinen Mann) kenne, die schlechter einparkt als ich. :)

  7. Ich sehe in vielen deiner Aussagen nichts Sexistisches, sondern einen angenehmen Realismus, Frauen mit den Schwächen zu sehen, die sie in ihrem Bestreben, die Bequemlichkeiten des Patriachats mit den Bevorzugugnen des Feminismus zu kombinieren, akkumulieren: Frauen sind nicht doof, sie halten es nur für unweiblich, sich für Technik zu interessieren oder etwas darüber zu wissen. Und Frauen benehmen sich tatsächlich komisch im Straßenverkehr, weil sie es nicht gewohnt sind, daran zu denken, daß es außer ihnen selbst auch noch andere Leute gibt, die Erwartungen an Verkehrsteilnehmer haben und sich entsprechend verhalten.

    Das ist nicht sexistisch, das ist einfach Ausdruck ser Tatsache, daß typischerweise Frauen schon immer Männer hatten, die ihnen in ihrem Leben weitergeholfen haben.

    Vielleicht ist dein Text auch an gewissen Stellen ironisch, ich wünsche es dir. Jedenfalls gibt es keinen Grund, sich als Mann zu verstecken oder zu schämen.

    Ich würde mich freuen, wenn du im nächsten Schritt den Mut hättest, diejenige soziale Unterdrückung und Ausbeutung durch die Frauen anzuprangern, unter der wir Männer schon im Patriachat gelitten haben.

    Und falls es wieder mal einige Frauen geben sollte, die partout glauben, uns Männern weißmachen zu können, daß sie gar nicht wissen, wovon geredet ist, dann mögen sie doch bitte einen Blick in das lustige Buch „Der dressierte Mann“ von der Frauenrechtlerin Esther Vilar werfen.

    • Yuri sagt:

      Weil es Diskriminierung in die eine Richtung gibt, ist Diskriminierung in die andere Richtung also okay?

      Also ich bevorzuge eine Welt, in der sie in beide Richtungen nicht mehr vorkommt.

      Zu der Aussage mit dem Autofahren sag ich mal nichts… deren Unsinn sollte fuer den denkenden leser sowieso auf der Hand liegen. Und vom Rest hoffe ich, dass er jetzt vielleicht anfaengt, darueber nachzudenken. Seufz.

    • SYNonnym sagt:

      „angenehmer Realismus“???

      1. sry du spezifizierst Begriffe falsch, gehst nämlich gar nicht darauf ein, wie sie bereits spezifiziert sind:
      weder „Patriarchat“, „Feminismus“ oder sexistisch“ haben gemeinhin die Bedeutung mit der du sie belegst. Insbesondere nicht im wissenschaftlichen Bereich!!! (normalerweise RTFM in diesem Fall, fang mal mit der wikipedia an)

      2. Nun gut, nimmt man deine Begriffs-Belegung so ergibt sich:
      „sexistisch“ = das, was du sagst was es (ist nämlich undefiniert)
      „Patriarchat“ = „Männer sorgen für Frauen“(Bequemlickeit und so) und
      sind Opfer von „sozialer Unterdrückung und Ausbeutung durch die Frauen“
      „Feminismus“ = Frauen werden gegenüber Männern bevorzugt
      „Frauen“ = Egoistisch(sind es nicht gewohnt an andere Verkehrsteilnehmer zu denken)

      Fazit von dir:
      Alter krass, die Frauen unterdrücken durch das Patriarchat die Männer, gestehste denen aber gnädigerweise zu, weil se eben schwach sind
      und du hast mal ein „lustiges Buch“ gelesen und bist jetzt Experte

      3. Wieso sich alles so hindefinieren, bis es zum eigenen Weltbild passt?
      Wieso nicht mal ernsthaft die Chance nutzen sich mit Argumenten auseinanderzusetzen?

      4. Wenn festgestellt wird „Männer diskriminieren Frauen“, was du ja scheinbar ebenfalls tust,
      weil du in einigem der Darstellung Sexismus siehst(„nicht in allen“ impliziert schließlich „einige“)und Frauen in dem entsprechenden Text nicht als Sexismus ausübende zu finden sind.
      dann wäre es doch angebracht DORT mal mit dem nachdenken zu beginnen

      5. „die aber auch“ ist Kindergarten
      Stimmst du der Aussage das Männer Frauen diskriminieren zu:
      ja oder nein (1 oder 0)?

      if 1: Wäre dass, das erste naheliegende Thema
      (P.S. bei Feminismus geht es im wissenschaftlichen Sinn keineswegs um Bevorzugungen von Frauen, sicherlich gibt es auch solche Minderheitenpositionen, es sind jedoch eben das: Minderheitenpositionen welche in dem entsprechendem historischen Kontext betrachtet und eingeordnet werden müssen, bitte führe nicht die Meinung „Eines“ Buches an)

      if 0: dann wären die ganzen wissenschaftlichen Statistiken zu „Gewalt in der Ehe“ etc. falsch,
      deine Erkenntnisse könnten demnach forschungsrelevant sein

      6. Warum immer diese reflexartige Selbstverteidigung in solchen Diskussionen.
      Wenn du wie z.B. Stephan eigenen Sexismus feststellst biste doch nicht gleich ein schlechter Mensch, sondern hast eben mit diesem Schritt einige unangenehme Eigenschaften an dir selbst festgestellt.
      Was das genau ist und ob und wie du sie fixen kannst liegt doch dann an Dir. Das Internet wird dich nicht zwingen. Vielleicht ist manche Änderung für andere Menschen und einen selbst angenehmer.(Feminismus eröffnet auch Männern neue Freiheiten) Also wieso Fehler bei anderen suchen, wo man bei sich selbst beginnen kann.
      Nur weil man derzeit so und so ist, ist das doch nicht automatisch gut.
      Windows ME läuft doch auch.

      P.S.
      Ach so und dieses ganze „Mann“=soundso, „Frau“=soundso geht mir ziemlich auf den Zeiger,
      es sind Verallgemeinerungen, welche zwar in bestimmten Fällen statistische Korrelationen aufweisen, die jedoch gar nicht klar definierbar sind(übrigens noch nicht mal in der Biologie: da gibt es Zwitter und so)und noch weniger auf der sozialen Ebene, wo sich zwar historisch eine bestimmte Form von „Normalität“ mit gewisser Stabilität feststellen lässt, jedoch kein „richtiger Mann“ und keine „richtige Frau“ im Sinne einer positiven Bestimmung definierbar sind. Sich auf „Mann“ oder „Frau“ zu berufen bedeutet doch nicht mehr als zu sagen
      „Ich bin eben so“, „da kann man nichts machen“. Mit so einer Argumentation lässt sich alles rechtfertigen, könntest statt dessen übrigens alternativ auch Natur, Gene, Kultur oder so nen Quatsch einsetzen, die Art der Begründung ist dieselbe, das worauf es hinausläuft auch schlichte Selbstrechtfertigung um jeden Preis.

  8. Minizicke67 sagt:

    ich finds klasse das man(n) dazu steht. Und wieso soll das sexistisch sein.. sorry aber ist das nicht normal das Mann nach Frau schaut? Ich mein ich schau auch nach Mann (das ziemlich gerne.. wenns interessant ist 😉 ). Allerdings schau ich wenns möglich ist zuerst in die Augen .. und dann auf den A.. ich steh dazu..
    ich seh das auch anders.. wenn Mann schaut ist es doch fast nen Kompliment an die Frau das sie Interesse weckt .. egal ob sie einen knackigen A… hat oder eben etwas öhem kräftiger aussieht..
    oder auch was die Möpse betrifft.. ist halt so.. in der Steinzeit haben die Neanderthaler doch auch ihre Frauen anhand ihres Hinterteils ausgewählt.. die Möpse waren erst später für die „Neugenerationen“ dann interssanter.. aber sie sind der A-Faktor für den A…. (angeblich) wissentschafltich belegt.. also die Möpse assossiieren (oder wie das Wort heiss..hülfee helft mir mal… eben typisch Frau) für den Mann eigentlich das Hinterteil..
    Nun sind beide Blickpunkte der Frau für den Mann eben ein Anziehungspunkt..

    Es ist ja eigentlich eine positive stille Kommunikation.

    Was die anderen Eigenschaften für typisch Frau oder auch typisch Mann betrifft, fragen wir Mario Barth der damit sogar in meinen Augen den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Wobei ich bemerke möchte das ich eigentlich (denk ich) gut einparken kann… aber nobody is perfect..mir wurde sogar schon gesagt das ich etwas rasant anfahren würde.. ich drücke es aus als: mein Auto möchte eben sportlich angefahren werden..

    Fazit mal von dem ganzen… es liegt in unserer Natur zu schaun.. mal mehr mal weniger..ich bin fürs weiterzuschaun.. differenziere aber zwischen schaun und gaffen.. denn es sollte noch in einem höflichen Rahmen bleiben 😉

  9. Minizicke67 sagt:

    ach noch was.. ich mach mir grad ne Birne ob du mir nicht an dem Tag als ich das Foto von dir und Andreas auf Wunsch meines Thüringer Piraten geschossen habe auf den Hintern geschaut hast als wir gingen.. grübel…. 😉

  10. henry sagt:

    @minizicke ich hab geschaut, zum Glück Seiko ich jetzt nach.dem Text vom Stefan, das mir nicht auf.den hintern.geschaut.wurde

    • Stephan Urbach sagt:

      wat?

      • Henry sagt:

        da hat mal wieder T9 zugeschlagen und ich mit meinem ungeschulten Blick für das Wesendliche hab natürlich nicht gesehen, weil ich beim schreiben im Dunkeln, wie im Halbschlaf durch die Straßen gelaufen bin. Zum Glück waren keine Frauen unterwegs, so hätte ich den Text nie fertig gebracht 😀

        Also nochtmal der Text:
        @minizicke ich hab geschaut, zum Glück weiß ich jetzt nach dem Text vom Stephan, das mir nicht auf den hintern geschaut wurde….
        „Und das ist auch gut so“

  11. Dorothee sagt:

    @Elmar Diederichs – Das darf doch nicht wahr sein? Wo bildest du dir denn deine Meinung? Hätte ich die Chance bekommen Programmierung zu lernen, wäre ich darin genauso gut wie ein Mann! Ich habe bereits mit 18 Jahren meinen Motorradführerschein gemacht und mir die M-räder meiner Brüder geliehen, da ich leider kein Geld für ein eigenes hatte. Männer denken nicht nur ausschließlich an sich selbst – im Gegenteil zu Frauen, sie sind tatsächlich und statistisch erwiesen die besseren Autofahrer – sie müssen auch noch zeigen „wie tüchtig Sie sind, besser: sie glauben, dass sie tüchtig sind! Alle sind das nämlich nicht. Das gilt für beide Geschlechter. Danke Stephan Urbach – das ist wirklich ein Toppenartikel. Ich arbeite daran, zu verstehen, dass ich eine der wenigen Frauen bin, die in meiner Jugend – während der 1950er und 1960er Jahre – (beinahe) total gleichberechtigt erzogen wurde.

    • Dorothee sagt:

      Sorry, wichtiger Fehler unterlaufen: Es muss heißen: Frauen denken nicht nur ausschließlich an sich selbst – im Gegenteil zu Männern sind Sie die besseren Autofahrer …

  12. Minizicke67 sagt:

    @Stephan ich habe Bart nicht zitiert ich habe in dem Text meine eigenen Gedanken und Meinung reingeschrieben. Aber vieles hat er doch in seine Shows eingearbeitet.. es war eben ein Zitat 😉

  13. marco sagt:

    Was für ein riesen Schwachsinn. Sorry. Was ist daran sexistisch eben zu merken dass es DOCH einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt? Wir sind nunmal nicht gleich. Und was ist daran verwerflich einer sexy gekleideten Frau hinterherzuschauen? Als Frau wäre ich eher beleidigt, schaue mir niemand hinterher.

    • Yuri sagt:

      Was ist daran sexistisch eben zu merken dass es DOCH einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt?

      Und mit welcher Sicherheit sagst du, dass es sich dabei nicht schlichtweg um Unterschiede zwischen MENSCHEN handelt, sondern diese eindeutig aufgrund des biologischen Geschlechts passieren?

      Meinetwegen mag dieses sogar eine Praevalenz vorgeben [was nicht bewiesen ist, aber nehmen wir es einfahc mal an] – eine Regel leitet sich daraus jedenfalls definitiv nicht ab, das beweisen genug Menschen, die eben nicht den Klischees entsprechen.

      • Larciel sagt:

        Ich würde ja sagen: Wir denken in Mustern nicht, weil es uns Spaß macht oder wir grundsätzlich bösartig sind, sondern weil es uns hilft, die Realität zu verarbeiten. Wenn man mehr Männer als Frauen beobachtet, die X tun, und andersherum mehr Frauen als Männer, die Y tun, ordnet man X einem „eher männlichen“ Verhalten und Y einem „eher weiblichen“ Verhalten zu. Das ist auch okay so, denn es bedeutet nicht, dass Frauen nicht auch X können (oder Männer Y). Nur fällt es in solchen Fällen eher auf, da es seltener vorkommt. Das Problem ergibt sich m.E. erst daraus, dass häufig eine (Ab-)Wertung/Benachteiligung der auffallenden Person stattfindet. Hier müsste man ansetzen, anstatt die (im Schnitt) unterschiedliche Verteilung von Begabungen und Interessen bei Männern und Frauen nicht wahrhaben zu wollen, wie es derzeit gesellschaftlich gehandhabt wird (s. Gender-Mainstreaming).

        Wenn es den Umstand der Wertung nicht gäbe, könnte man vielleicht auch einmal überlegen, inwiefern Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht doch biologisch erklärbar sind (auch wenn Sozialisation keine unbedeutende Rolle spielen dürfte). Dass es biologische Unterschiede gibt, lässt sich zur Genüge im Sport beobachten, bei dem es nicht umsonst nach Geschlechtern getrennte Kategorien gibt. Solch eine Herangehensweise gilt aber als politisch nicht korrekt. Vielleicht deshalb, weil es in der Geschichte immer wieder Versuche gegeben hat, Gruppen von Menschen über die Biologie eine Minder-oder Höherwertigkeit zuzusprechen. Vielleicht aber auch deshalb, weil Menschen ihre Existenz ungern als determiniert ansehen und biologische Erklärungen für Normalverteilungen einen Schritt in diese Richtung wären, auch wenn das Individuum sich natürlich verhalten kann, wie es gerade lustig ist.

        @Stephan: Mich würde einmal interessieren, woran du im Detail für dich festmachst, dass du „Unterdrücker“ bist? Deine eigene Einstellung zu deinen Mitmenschen erschafft in sich noch kein Herrschafts- oder Unterdrückungsverhältnis. Und in welchen Dingen siehst du dich als bevorzugt behandelt?

        • michaelzilske sagt:

          Auch dort, wo Frauen und Männer sich im Schnitt unterscheiden (das mit dem Autofahren glaube ich schlichtweg nicht, aber es gibt sicher unstrittige Beispiele), ist es eine Frage des individuellen Respekts, eine Person bezüglich einer Eigenschaft nicht ausgerechnet als aus der Verteilung Mann oder der Verteilung Frau gezogen zu betrachten, sondern aus der Verteilung Mensch.

          Das heißt, auch wenn es rational wäre, bei einer zufälligen Frau auf der Straße ein niedrigeres Interesse für Technik zu vermuten als bei einem Mann (Ja, da sind wir noch. Sonst gäbe es kein Problem), ist es eine gute Idee, sich tendenziell anzugewöhnen, das nicht zu tun. Das Vermuten.

          (Meistens, nicht immer, und nicht in den Extremfällen, und nicht dort, wo es mit höherer Sicherheit nicht um Sozialisierung geht. Sonst müsste man auch mit gespielter Überraschung zu einem Mann sagen: „Ah OK, Du kannst keine Kinder gebären? War mir nicht klar.“)

          Und zwar aus mehreren Gründen: Erstens ändern sich diese Erwartungswerte unter veränderten Voraussetzungen. Wenn ich von der Straße weg in einen Hackerspace gehe, verschiebt sich das alles, weil davon auszugehen ist, dass sich dort hauptsächlich Personen mit ausgeprägtem technischen Interesse aufhalten, so dass der Faktor Geschlecht dort kaum noch eine Rolle mehr spielt und es um so beleidigender (und irrationaler und falscher) ist, dort bei einer Frau von niedrigerem technischen Interesse auszugehen, weil man sie damit quasi als „mitgebracht“ einsortiert.

          Der Punkt am Sexismus ist für mich ist nicht, dass es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gäbe (die gibt es) und auch nicht, dass manche dieser Unterschiede sozial sind, obwohl man sie leicht für biologisch hält (das ist so, aber in welchem Ausmaß ist nicht leicht herauszufinden), sondern dass beim Nachdenken über einen Menschen als erstes diese Kategorisierung benutzt wird, auch wenn im Augenblick viel bessere zur Verfügung stünden oder ihre Anwendung schlichtweg beleidigend ist.

    • SYNon.nym sagt:

      SYNon.nym
      @Marco
      Anhand deines Namens bist du möglicherweise keine Frau, auch das „wäre“ spricht dafür.
      Bist du als Typ beleidigt, wenn dir keine Frau hinterherschaut?
      Wäre eine interessante Frage.
      Impliziert ist doch im Beispiel, das „feststellen“ des hinterherschauens.
      Sonst könnte niemand „beleidigt“ sein wegen eines ausbleibens desselben.
      Nimm beliebige Alltagssituationen und setze „feststellen von hinterherschauen ein“.
      Und nanu. Hinterherschauen stellt sich auf einmal als nervig und Belästigend heraus.
      Kannst dich ja selbst mal „sexy“ kleiden um das auzuprobieren ;-).
      Alternativ empfehle ich einen Iro und Kleinstädte oder Dörfer, so wirst du auch ständig angesehen.

      Die Frage ist doch nicht einfach das feststellen von Unterschieden,
      die Frage sind die Konsequenzen dieser Feststellung von Unterschieden.
      Bsp.: „Männer können nicht richtig abwaschen“ –> nanu, wer macht das auf einmal?
      it`s magic

      @all
      Das Problem an Denk- und Wahrnehmungsmustern ist das Denk- und Wahrnehmungsmuster relativ
      resistent gegen Veränderungen sind. So können sich zwar kontraproduktive Wahrnehmungsmuster
      oder Denkmuster bewusst gemacht werden. Sie sind damit jedoch erstmal immer noch vorhanden.
      Ein ganzer Teil der Verarbeitung läuft zudem über emotionale Schemata etc. ab, so dass sie sich
      sogar einer bewussten Reflexion entziehen. D.h. das je nach persönlicher Biographie, bestimmte
      Dinge so oder anders verarbeitet werden und auch andere sponante Reaktionen entstehen.
      Gerade weil „Männer“ vs. „Frauen“ getrennt sozialisiert werden, ähneln sich deren Biographien
      in bestimmten Bereichen „geschlechtspezifisch“ eher. Die Idee sich die Frage mit den möglichen
      biologischen unterschieden zu stellen, halte ich für falsch. Es werden so nämlich a) Unterschiede gefunden
      und diese b) der Biologie zugeschoben und damit für unveränderlich erklärt. Das führt dann
      automatisch zur Rechtfertigung und Essentialisierung eben dieser Unterschiede.
      Das es neben den „statistisch“ ansozialisierten Unterschieden noch weitere Unterschiede gibt,
      Leute eben Menschen sind die individuell sind und sich noch in allen möglichen Bereichen
      voneinander unterscheiden, hat wer anders hier (?bin grad zu faul) schon mal gesagt.

      Sehe das Problem nicht in den Denk- und Wahrnehmungsschemata sondern in deren Konsequenzen,
      nämlich den Handlungen. So lange Leute nämlich nur so und so wahrnehmen, ist das ziemlich
      irrelevant für andere. An Denken- und wahrnehmen ist allerdings auch sowas wie bewerten und
      handeln geknüpft.

      Und hier gibt es dann (ich sach hier mal zwei) zwei verschiedene Kategorien von Handlungen

      Einerseits so eindeutig diskriminierende, die recht klar und offensichtlich sind: schlagen wäre ein Beispiel.

      Zweitens eine Reihe von diskriminierenden Handlungen die gar nicht (unbedingt) als solche wahrgenommen werden:
      nicht ernstnehmen bei Technik, wäre solch ein Beispiel. Ist schließlich ein nicht für voll nehmen.

      Und zu guter letzt gibt es noch so schräge Wechselspiele, bei denen sich eine strukturelle
      Benachteiligung durch das zusammenspiel verschiedener Geschlechts-Rollen ergibt.
      so z.B. Abwasch etc., welcher mysteriöser Weise eher von Frauen gemacht wird,
      während „Männer Würstchen grillen“ oder eine Andere Aufgabe, die im Mittelpunkt steht machen
      z.B. hacken.
      Das heißt so Zeug welches sich scheinbar völlig freiwillig ohne nachdenken ergibt und bei dem am
      Ende die eine Seite als toll dasteht, während die andere Seite zwar auch da war, aber
      irgendwie aus der Handlung „verschwunden“ ist.

      Denke das die „Schuldfrage“ nicht sinnvoll für eine Debatte ist, auch nicht im Sinne der Frage
      ob und wie selbst „unterdrückt“ wird. Diese zielt nämlich auf eine Absicht ab, welche nicht
      immer gegeben sein muss.

      Finde wesentlicher die Frage, welches die Konsequenzen des eigenen Tuns oder Nicht-Tuns sind:
      D.h. wenn eigenes handeln diese oder jene Wirkungen hat, die man nicht will,
      stellt sich Frage, wie man die Wirkungen verändert, nicht: wie man ein „guter Mensch“,
      „unschuldig“, „nicht diskriminierend“ wird. Das läuft dann Gefahr erneut so ein
      Selbstrechtfertigungsscheiß zu werden.

      Sicher, auch hier muss erst eine Handlung als diskriminierend festgestellt werden.
      Es genügt jedoch eine Antwort auf das handeln in bestimmten Situationen zu finden, eine
      Nicht-Diskriminierende Alternative, was konkreter ist und folglich besser umzusetzen,
      als eine „allgemeine Persönlichkeitsveränderung“ die eben nicht allein vom wollen abhängt.

      Evaluate situation -> Build alternative -> Test it -> Fix it

      Hinzu kommt die Frage, was das für Beschaffenheit von Institutionen etc. heißt.

      Neben dem Selbst nicht diskriminieren zu wollen und der praktischen Umsetzung
      stellt sich übrigens in zweitem Schritt auch die nach dem aktiven Part.
      Schließlich reicht es ja nichts wenn selbst mit etwas aufgehört wird, aber alle anderen
      dieselbe Scheiße weiter machen wie bisher, dann verändert sich nämlich nichts.
      (Wäre allerdings eine andere Frage: die nach aktiver Intervention)

  14. distel sagt:

    Danke für den ehrlichen, reflektierten Artikel. Mir gings ähnlich bei der Beschäftigung mit meinem Weißsein, den damit verbundenen Privilegien und dem Alltagsrassismus. Da wird einem auch von anderen Weißen viel erklärt, man geissele sich selbst oder betreibe „vorauseilenden Gehorsam“ wenn man sich lediglich nicht länger alltagsrassistisch verhalten möchte.

  15. Minizicke67 sagt:

    @mideg ich hab mir Grad die Zeit fuer dein Text genommen. Der Originaltext hier hat mich schon zu einem Laecheln hingewiesen aber deiner hat hat mein Gedankengang sogar noch intensiviert mehr zu vergleichen und sicher auch in der nächsten Zeit mehr zu beobachten was an dem Ganzen so dran ist.
    Danke fuer die Zeilen 😉

  16. Minizicke67 sagt:

    Hingerissen hingerissen hingerissen…. shit T9 Mist… Sorry 😮

  17. Leo sagt:

    Ich verstehe nicht, was schlecht daran sein soll Frauen auf die Brüste oder den Hintern zu schauen? Findet andersrum ja genauso statt, ist ein natürliches Bedürfniss und gehört zum Mensch sein dazu.
    Was anders ist es wenn man sein Erwartungsniveau ändert oder die Sache mit den halbnackten Frauen in der Reklame.
    Aber ich denke vieles würde sich von alleine lösen wenn man in dieser Gesellschaft einfach mal entspannt: „Ich steh auf deine Titten!/Ich steh auf deinen Schwanz!“ sagen könnte.
    Wer ausreichend sexuell ausgelastet ist fällt auf >sex-sells< Reklame nämlich nicht mehr rein.
    Daher bin ich gegen sexualverneinenden Feminismus, denn es gibt eben doch Unterschiede zwischen den Geschlechtern und ich denke so gut wie jeder ist darüber recht froh 😉 Auch die prüde Feministen und der dämliche Chauvi.

  18. […] erzählt von Jay Smooth seinem Tedx Talk über Rassismus. Mspro ergänzt das Alltagssexismusmanifest von HerrUrbach und Acid23. Dann, endlich der große Talk zu den Themen: Religion, Kirche, Jesus, […]

  19. Jana sagt:

    „Das ist nicht sexistisch, das ist einfach Ausdruck ser Tatsache, daß typischerweise Frauen schon immer Männer hatten, die ihnen in ihrem Leben weitergeholfen haben.“

    Autsch, das tut weh – und was ist mit all der Leistung – den großen und kleinen Problemen und Herausforderungen im Leben vieler Menschen, die man sich blutig von den Händen schuftet und mit denen man alleine dasteht. Darf ich als Frau angesichts solcher Pauschalisierungen nicht mehr stolz auf meine hart erschufteten Leistungen sein?

    Elmar Diederichs: Wie kann man solche Pauschalisierungen verantworten? Hast du dir schon mal was hart erarbeitet? Ich denke ja, oder?

  20. Jaso sagt:

    Ist es wirklich sexistisch, wenn man einem anderen Menschen auf den Hintern oder auf die Brüste/die Brust (oder sonstwohin) schaut? Wenn ich als heterosexueller Mann eine Frau sehe, die mir gefällt, dann schaue ich sie natürlich an. Und höchstwahrscheinlich mache ich mir dann auch sexuelle Gedanken. Aber „raube“ ich damit der Frau das „Mensch sein“? Doch wohl kaum. Die Frau wird nämlich nie was von meinen Gedanken erfahren. Und selbst wenn sie es täte steht es ihr danach immer noch frei mich für diese Gedanken entweder zu verurteilen oder sich vielleicht sogar geschmeichelt zu fühlen, weil ich sie attraktiv finde.

    Sorry, aber ich kann darin kein (alltags-)sexistisches Verhalten erkennen.

  21. […] wird oft genug beschimpft oder verächtlich gemacht. Ganz klar, wir sind fast alle irgendwie Alltagssexisten, manche mehr, manche weniger. Viel zu viele finden nichts dabei, und viel zu viele verteidigen ihr […]

  22. Christian sagt:

    In letzter Konsequenz gibt es nur eine Lösung: Kastration. Alles andere wäre halbherzig. Dann hätten Sie endlich Ruhe und die armen Frauen auch.

  23. Christian sagt:

    Keine Ursache. Im Ernst: aus Ihren Texten spricht ein solcher Hass auf das Mannsein an sich (und damit auch Selbsthaß, psychologisch nicht uninteressant), daß dieser Gedanke durchaus naheliegt. Wenn man sich schon für seinen Lieblingsfilm schämen muss… aber gut, kann ja jeder machen was er will.

  24. Sven sagt:

    Haha, Christian, der war gut – weil man kein Arschloch-Mann sein will, zu dem man hinsozialisiert wurde, hasse man sich? Das Gegenteil ist der Fall: Wenn/Weil Mann sich liebt möchte mann so souverän wie möglich sein und unabhängig von (blöden) Stereotypen. Sich diesen Normbildern entziehen kann mann sich quasi nur, wenn mann sich selbst gut leiden kann, denn nur, wer mit seiner individuellen Persönlichkeit nichts anfangen kann muss diese Defizite mit Stereotypen, mit denen er sich stattdessen identifiezieren kann, ausgleichen 😉

  25. Christian sagt:

    Ich schaue einer Frau nicht auf Brüste, Hintern oder sonstwohin, weil ich besonders männlich wirken möchte, sondern weil das ein automatischer Reflex ist. Geht dem Herrn Urbach ja anscheinend genauso. Irgendwann sind wir alle digitalisiert und es gibt keine Frauen und Männer mehr, sondern nur noch Computer, für manche sicher ein paradiesischer Zustand… bis dahin muss man leider mit seiner Körperlichkeit fertig werden. Im Alter wird’s aber besser, sagt man.

  26. Fritz sagt:

    ein arschlochmann, wie du es hier nennst wird von der breiten schicht der frauen dir gegenüber bevorzugt. da sollte der feminismus vielleicht auch ansetzen. wieso stehen frauen auf männer, die sie schlecht behandeln und wieso sind männer, die ihre weiche seite zeigen nicht sexuell interessant? weil es doch biologisch veranlagt ist? wieso verlieben sich frauen per briefkontakt in männer, die wegen mehrfacher vergewaltigung im gefägnis sitzen? wieso wird heiraten immernoch alle frauen (95%) nach oben, selbst wenn sie ein vielfaches des durschnittslohnes bekommen? wieso werden kindergärtner von frauen einerseits als potenzielle pädophile angesehen und andererseits als nicht männlich?

    gehe auf klatschseiten und lese kommentare, die frauen über männliche stars machen. frauen machen männer auch zu objekten oder denkst du, dass frauen an der handlung in johnny depp filmen interessiert sind? oder höre im zuge der fußball em frauen bei gesprächen über spieler zu. (zur em noch was: da gibt es überall wo ich hinschau rankings und umfragen „Wer ist der sexieste dt Spieler?“, wieso gab es sowas bei der FrauenWM 2011 nicht)

    Auf den Hintern starren ist nicht sexisitsch, du bist, wenn du heterosexuell bist, darauf programmiert. bei brüsten ist es das gleiche. die brüste immitieren den po seit wir menschen aufrecht gehen. wir sind viel mehr tier als viele glauben.
    außerdem auch hier wirst du feststellen, dass der großteil der frauen, einen mann will, der interesse an ihnen zeigt, eben auch sexuell. wer meinst du wird auf der party die frau abschleppen, der intelligente, humorvolle, romantische mann oder der mit goldkettchen und 3er BMW?
    wenn du das beantworten kannst wirst du auch wissen, warum es immernoch machos gibt.
    die kommen bei frauen nämlich auch im jahre 2012 immernoch saugut an. solange der bedarf an machos da ist und machos riesen erfolge bei frauen haben wird es sie auch geben. wieso sollte einen von denen seinen umgang mit frauen änden wenn er höchst erfolgreich ist?

    • Yuri sagt:

      Was laesst dich glauben, dass es beim Feminismus [oder Gleichberechtigung oder Equalismus oder…] *nicht* darum geht, bestehende Geschlechtsnormen/-stereotype aufzubrechen?

      Uebrigens finde ich es sehr traurig, wenn du dein Verhalten nur darauf auslegst, moeglichst vielen Frauen zu gefallen. Umso trauriger, das hier irgendwie als Rechtfertigung anzufuehren.

      Abgesehen davon sollten bestehende Problematiken nicht dazu angefuehrt werden, andere zu illegitimieren. Bloss weil es noch weitere Probleme gibt, ist dies also automatisch keins mehr? Und die anderen Probleme darf ich dann nicht angehen, weil dieses noch existiert?

  27. […] Beitrag ist eine überarbeitete und erweiterte Version des Artikels “Ich bin Alltagssexist… aber ich arbeite dran“. Crossgepostet bei acid23 und sanczny. Teilen:TeilenDiggWir sind Alltagssexisten. Wir […]

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  30. […] nicht bemerkt hat, mag man noch akzeptieren: Wie Stephan Urbach und Daniel Schweighöfer so schön festgestellt haben, können wir es kaum vermeiden, zu Alltagssexisten sozialisiert zu werden. Man kann auch […]

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