Bürger, wir verteidigen unsere Werte nicht nur im Netz!
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Quelle: Internet
Dieser Artikel ist ein Replik auf Ansgar Hevelings (CDU, MdB) Artikel im Handelsblatt, in dem er furchtbar geschwurbelt und gefaselt hat.
Die aktuellen Diskussionen über die US-amerikanischen Gesetzgebungspläne „SOPA” und „PIPA” zur Regulierung des Internets verfügen über alle Elemente, um – endlich? – den lang erwarteten und von einigen vielleicht ersehnten „Clash of Civilizations” zu provozieren. Es ist der Kampf zwischen der schönen neuen digitalen Welt und dem, was andere das reale Leben nennen. Während die „digital natives” von den analogen Menschen zu Spinnern und Verrückten abgestempelt werden, vergessen diese dabei, dass es sich bei dieser Lebensform um eine wachsende Mehrheit der Bürger handelt. Während normalerweise Revolutionen auf Mehrheitsverhältnisse keine Rücksicht nehmen, können wir ganz klar fest stellen, dass die digitale Revolution genau von einer solchen getragen wird.
So sind wir also bald an der von Ansgar Heveling bildhaft dargestellten letzten Schlacht in Mordor. 0 gegen 1 und es ist nicht das Web 2.0, das überleben wird, sondern das Internet. Das Internet mit all seinen Diensten und seinen Toren in neue Welten, die unseren Horizont erweitern, die die Grenzen zwischen Menschen aufweichen und verblassen lassen. Die bürgerliche Gesellschaft hat dafür natürlich kein Verständnis, hat sie doch bis heute nicht verstanden, was es heißt, mit dem Internet zu leben. Die analogen Menschen verstehen noch nicht, dass es keine Grenze zwischen “real life” und “virtual life” gibt. Es gibt nur das Leben, das man auch lebt – das gestalten Menschen unterschiedlich, aber nicht unterschieden in real und virtuell. Nicht wir waren es, die neue Klassen geschaffen haben, sondern ihr! Ihr versteht uns nicht, versteht unsere Welt nicht und könnt auch nicht verstehen, dass Menschen Dienste in einem Netz betreiben, ohne dafür Geld zu verlangen. Es geht nicht um Profit, es geht um das Miteinander, den Austausch von Wissen, Informationen und Kultur. Diese radikalen Änderungen stellen natürlich auch sehr wichtige Fragen nach Macht und Herrschaft.
Ihr kamt in das Netz und wart der Meinung, dass es euren Regeln gehorchen muss. Es hat euch keiner gebeten, unser Land zu besiedeln. Es hat euch auch keiner gebeten, hier Geld zu verdienen. Das Netz ist für euch eine Einkaufsstraße für eure alten Geschäfte, ein Ort für schnellen Profit. Ihr wollt eure alten Waren zu euren Bedingungen über unsere Straßen in unserem Land verkaufen. Dabei hat euch das niemand erlaubt – denn eure Legitimation gilt nicht für einen grenzenlosen Raum.
Ihr wollt uns erzählen, was die Werte im Netz sein müssen. Ihr erzählt von bürgerlichen Werten. Das sind aber eure Werte aus der alten Welt – nicht unsere, die wir in der neuen für uns entwickelt haben. Werte, für die ihr aber auch nicht konsequent eintretet, denn sonst wären euch die Gefahren von Gesetzgebungen wie SOPA oder ACTA bewusst, wenn ihr von Freiheit sprecht. Eure Invasion des Netzes wird unser Werteverständnis nicht verändern. Aber genug mit den pathetischen Vergleichen, denn sind wir ehrlich, eine vergleichbare Situation gab es nicht. Auf einmal können alle Menschen auf der Welt, jedenfalls im angestrebten Idealzustand, den wir versuchen werden zu erhalten, miteinander reden und so Meinungen, aber auch Güter austauschen. Dieser neue Situation mit Polemik und den Lösungen des 16. Jahrhunderts entgegenzutreten, wird der Sache sicher nicht gerecht. Wir brauchen ein Umdenken in der Gesellschaft und vor allem in der Politik. In einer Welt, in der es keine Vermittler mehr geben muss, keine Mittelsmänner oder Wahlleute, weil Reisen zu lang und beschwerlich wären, muss sich gerade die Politik fragen, wie sie mit diesem Machtverlust umgehen will. Mit den Antworten eines Ansgar Hevelling werden wir sicher nur eins erreichen: Eine weitere Spaltung der Gesellschaft, anstatt eines neuen gesellschaftlichen Dialogs. Wie Mao schon sagte: “Im Klassenkampf siegen gewisse Klassen, während andere vernichtet werden. Das ist der Lauf der Geschichte, das ist die Geschichte der Zivilisation seit tausenden von Jahren. Erklärt man die Geschichte von diesem Standpunkt aus, so heißt das historischer Materialismus; nimmt man den entgegengesetzten Standpunkt ein, so ist das historischer Idealismus.”
Wenn wir schon beim Machtverlust sind: Ja, aus der Asche des Acient Regimes entstand ein Recht auf geistiges Eigentum, verbrieft, niedergeschrieben. Ja, es war eine Revolution, die den Armen plötzlich besitzend machte. Tradiertes Wissen wurde monopolisiert, altes Geschichten im neuen Gewand als neue Schöpfung verkauft. Die digitale Revolutioin bricht das wieder auf – in einer Zeit, in der Wissen das neue Öl ist, in einer Zeit, in der Konzerne mehr Macht über Informationen haben als jede Bilbiothek, in dieser Zeit stehen wir da mit Geräten, die durch verlustfreies Kopieren das Teilen des Weltwissens ermöglichen. Wissen ist kein Luxusgut, darf es nie werden und die digitale Revolution wird genau dies verhindern. In eurer bürgerlichen Welt gibt es den unwissenden Menschen, in unserer digitalen Welt gibt es für jeden die Möglichkeit, wissend zu sein.
Natürlich ändert die digitale Revolution die Gesellschaft. Vieles wird einfacher – dieser Text ist gleichzeitig mit der Hilfe vieler entstanden, gemeinsam, im Internet. Wir müssen uns wehren, denn die Menschen, die glauben, dass es ein Unterschied zwischen online und offline gibt, wollen uns unsere Lebensentwürfe vorschreiben. Für sie ist es schon zu spät, während unsere Revolution gerade beginnt. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin an den Händen der anderen kleben wird.
Wir dürfen die Gestaltung der Zukunft nicht denen überlassen, die sich als bürgerliche Elite verstehen und zu wissen behaupten, was das Beste für die Masse Mensch in der Maschine sei. Konservative sind da auf jeden Fall der schlechteste Ratgeber. Sie verteidigen Wissensmonopole, setzen ihr Wissen nur für den eigenen Vorteil und Machterhalt ein, sind darauf bedacht, zusammenzuraffen, was sie von anderen kriegen können. Sie wollen uns verbieten, eine zweite Pubertät auf Twitter zu durchleben, und werten dieses Verhalten gleich als politisch. Jetzt müssen wir weiter kämpfen, diesem reaktionärem Treiben ein Ende zu setzen. Wir brauchen Menschen, denen Freiheit, Demokratie, Partizipation und freies Wissen am Herzen liegen.

Der Mann ist krank und die Union zeigt mit klar, dass sie für Netzpolitik ein Totalausfall ist. Man braucht auf das kranke Gesabbel nicht eingehen. Ein Hinweis noch für diesen entglittenen Christen: Die Bibel ist aus einer Zeit als es weder Dampflokomotiven noch Copyright gab. Die Dampflokomotiven sind schon wieder weg. Das letzte Mal als ich in der Bibel gelesen haben, habe ich das Online getan. Heveling fehlt ein Mindestmaß an Sachkunde. Er macht den Niedergang der einstmals stolzen Union überdeutlich. Gute Wahlhilfe für Piraten und Grüne. Damit ist Almaiers Bemühen, Netzaffinität zu heucheln, ein Schrotthaufen.
[...] Stephan Urbach [...]
[...] exklusiv besitzt, unbedingt gestreut werden muß. Im Netz liegt die Zukunft und auch, wenn ich mit seinem Artikel nicht zu 100% folgen möchte, sehe ich doch darin einige sehr wichtige Eckpunkte: die Netzkultur [...]
[...] Netzpolitik, Spiegel Online und für den nahezu unglaublichen Versuch einer sachlichen Erwiderung Stephan Urbach. Bewerten: Blindheit [...]
So deutlich wurde bis jetzt nicht, wie ernst es den Herrschaften ist. Sprache ist verräterisch.
Guter Zeitpunkt, sachichma. Gegen ACTA. Los.
blahblahblah.
ein echter aufreger!
mir kommt das kotzen ob euch so leicht zu maipuliernder netzwächtern.
peilt ihr es überhaupt in eurem gerechten zorn, das ihr total verarscht werdet? i(eine rethorische frage)
ich wiegre mich sowohl das gewäsch von dem hinterbänkler zu lesen, als auch diese replik. ihr tut mir leid.
[...] Stephan Urbach: Bürger, wir verteidigen unsere Werte nicht nur im Netz! [...]
@Hans
Wolltest Du uns etwas mitteilen, mein Kind?
Deinem Schreibstil zu urteilen scheinst Du sehr erregt zu sein. Ansgar bist Du das???
Kleiner Tipp: Vorsicht vor Fremwörtern! Es heit: die Replik, du Dackel!
Dackel hatte ich als Beschimpfung noch nicht. Danke sehr.
[...] ausgedrückt, der Text ist eine bodenlose Frechheit. Aber hierzu haben sich bereits genug andere Gedanken [...]