Ich werde niemals mit der NPD auf einem Podium sein

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Richtig gelesen. Ich werde niemals mit der NPD auf einem Podium sein und ich empfehle euch allen, das genauso zu machen. Warum? Ganz einfach: Ich diskutiere nicht mit der NPD. Weder auf der Straße, noch auf einem Podium. Ich gebe ihr keinen Raum, ihre von Hass zerfressene Ideologie dort zu verbreiten, wo ich mich befinde. Ich möchte nicht, dass sie an einem demokratischen Diskurs teilnimmt, denn Demokratie ist für diese Menschen nichts wert. Ja, sie mögen eine nicht verbotene Partei sein, die angeblich auf dem Boden der Demokratie steht – ich glaube ihnen nicht.

Oft höre ich das Argument, dass man ja dann diesen Menschen argumentativ begegnen könne, “sie mal ordentlich zerlegen kann” oder einfach nur verspottet. Nein, das funktioniert nicht. Diese verblendeten Personen kann man vielleicht auf einem Podium zerlegen, aber irgenwann bleibt ein Mensch auf dieser Ideologie hängen, wird von ihr vereinnahmt. Ich möchte nicht derjenige gewesen sein, der dafür Raum gegeben hat.

Es existiert ein zivilgesellschaftlicher Konsens, mit der NPD nicht zusammen zu arbeiten, über alle Parteigrenzen und alle politischen Gliederungen hinweg, von Kreistagen bis zum Landtag. Mit der NPD wird nicht zusammengearbeitet, jeder Antrag abgelehnt. Völlig zu Recht wird ein Bruch dieses Konsens, skandalisiert. Ich bin in einer Partei, die eine glasklare Ablehnung von Rassismus, auch den in der Mitte unserer Gesellschaft, im Programm hat – es kann nur heißen: Wir schließen uns diesem Konsens selbstverständlich an. Aber auch jeder, der nicht in einer Partei ist: Geh nicht mit den Nazis auf ein podium, gib ihnen keinen Raum.

Genau das mache auch ich. Und ihr solltet das auch.

Kein Fuß breit den Faschisten – und erst recht kein Podium!

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13 Kommentare zu “Ich werde niemals mit der NPD auf einem Podium sein”

  1. Lutoma sagt:

    Um deinen Blogpost mal zusammenzufassen:

    [Polemik]

    “Dass haben wir immer schon so gemacht” sowie “Das machen alle anderen auch so” waren noch nie gute Argumente.

    Das nur so, auch wenn ich dir in der Sache weitestgehend deiner Meinung bin.

    • Stephan Urbach sagt:

      Ich gebe Dir recht, das ist selten ein gutes Argument. Hier geht es aber darum, dass es einen breiten gesellschaftlichen Konsens gibt. In Dresden gehen gerade wieder hunderte gegen Nazis auf die Straße. Und auch wenn du weitgehend einer Meinung bist – dann gibt es keinen Grund, das zu relativieren ;)

      Jedes Podium mit einem Faschisten ist ein Podium zu viel.

  2. Dennis sagt:

    > Oft höre ich das Argument, dass man ja dann diesen Menschen argumentativ begegnen könne, “sie mal ordentlich zerlegen kann” oder einfach nur verspottet.

    Man kann einen Menschen nicht mit rationalen Argumenten von einer Meinung abbringen, die sie nicht mit rationalen Argumenten eingenommen hat. Daher hat es meiner Meinung nach von Grund auf keinen Sinn mit solchen Menschen darüber zu diskutieren…

  3. 4yrs2l8 sagt:

    Vielen Dank für dieses Bekenntnis. Mögen es viele, auch in deiner Partei, hören und zu Herzen nehmen.

    Aus aktuellem Anlass würde ich gerne den Hinweis auf einen Fall hinzufügen, in dem diese Grundsätze ignoriert und missachtet werden. Beim Projekt „Dortmund den Dortmundern” sollen Neonazis gegen „demokratische Jugendliche“ antreten und sich auf gleicher Ebene in Diskussion und gestalterischer Tätigkeit in einer Zukunftswerkstatt messen. Das ganze wird mit 300.000€ gefördert.

    http://bszonline.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2680:die-bundesmittel-fliessen&catid=42:urbi-et-orbi&Itemid=88

    Eine Stellungnahme der Träger Mobiler Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW findet sich unter http://antifaunion.blogsport.de/2012/02/07/statement-der-mobilen-beratungen-nrw-zum-projekt-dortmund-den-dortmundern/ und klärt auch über die bereits in den Kommentaren angesprochene zweckmäßige Begründung des Prinzips näher auf.

  4. Jörn sagt:

    Ob von dem “zivilgesellschaftlichen Konsens über alle Parteigrenzen hinweg” auch die CSU weiß?

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/umstrittener-auftritt-csu-mitglied-haelt-vortrag-bei-npd-veranstaltung-1.1274355

  5. Hoffmann sagt:

    Ja richtig so.
    Was gibts da denn noch zu diskutieren?

  6. Tranquillo sagt:

    @lutoma

    Falsch zusammen gefasst.. es sollte nicht “[Polemik]” heißen sondern:

    “Ich möchte nicht, dass sie an einem demokratischen Diskurs teilnimmt, denn Demokratie ist für diese Menschen nichts wert. Ja, sie mögen eine nicht verbotene Partei sein, die angeblich auf dem Boden der Demokratie steht – ich glaube ihnen nicht.”

    Demokratie räumt auch die Möglichkeit ein das demokratische System zu verändern und sogar abzulösen. Ist die Ablösung der Demokratie ein vermeintlich besseres System kann ich der Änderungen oder Ablösung zustimmen. Nationalismus ist nicht das bessere System für mich, ergo werde ich nicht zulassen das es die Demokratie ablösst.

    Gruß aus Dresden

  7. Elvira sagt:

    Tüpisch für Personen die keine Argumente haben. Sie verkriechen sich hinter der Aussage, dass sie der NPD keine Plattform geben wollen. Wenn wir doch so ein in der Geschichte gefestigtes Volk haben, braucht man doch keine Angst zu haben, dass die Bürger den Argumenten der NPD glaubt, oder etwa doch ??

    • Johanna sagt:

      Wären alle Menschen im Verständnis der Geschichte gefestigt, würde die NPD nicht existieren.

      Boom, your head asplode.

    • Dekalog sagt:

      Ich bin mir sicher, dass Herr Urbach genügend argumentative Kraft aufbringen kann, um es mit der NPD aufzunehmen.
      Angst ist auch nicht der Grund, warum man der NPD nicht auf Podien begegnen will. Der Grund ist Sinnlosigkeit und Unwille.
      Sinnlosigkeit, weil die meisten Punkte, die die NPD in Podien aufbringen kann/aufgebracht hat, entweder bereits ausreichend widerlegt oder mit einer demokratischen und toleranten Gesellschaft unvereinbar sind. Die NPD debattiert diese Standpunkte auf einem Podium nicht, sie beharrt auf sie. Warum sollte Herr Urbach man seine Kraft und Zeit opfern, um gegen Mauern zu rennen?
      Unwille deshalb, weil man intoleranten Standpunkten, wie sie die NPD zu Hauf aufbringt, nicht mit Toleranz begegnen sollte.

  8. Alexander sagt:

    Richtig so.

  9. Robert sagt:

    Elvira: Das stimmt so nicht. Auch der Fall Sarrazin hat gezeigt, dass Deutsche noch teilweise für rassistische Ideologie empfänglich sind. Genau deshalb sollte man der NPD generell nie Raum geben, denn ansonsten kommt schnell ein Punkt, an dem die Grenze verschwimmt, ab bzw. bis wann man die NPD mit ihren Ideologien tolerieren kann. Das führt schnell zu einem “Der Horst hat ja etwas merkwürdige politische Ansichten, ist aber ja echt ein netter Kerl”. Genau das gilt es zu vermeiden. Deshalb darf man solchen menschenverachtenden Ideologien kein Podium geben.
    Deine Idee, dass solche Leute, die der NPD kein Podium geben wollen, nur keine Argumente hätten ist Blödsinn. Solche Argumente ergeben sich aus dem gesunden Menschenverstand.

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