Ich brauch eine neue Brille, weil Faschos meine kaputt gemacht haben

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Die Alte wurde mir heute kaputt geschlagen. In der Strasse, in der ich wohne. Ich wollte mir gerade die Beine vertreten, Kippen kaufen. Wie immer starrte ich auf mein Telefon, als ich das Haus verlies. Ich packte es weg und ging meiner Wege. Das nächste was ich weiß ist, dass ich eine Faust im Gesicht habe. Dazu ein Satz, der die ganze Tat noch abscheulicher macht: „Kümmer dich nicht um die Kanacken“ (Das ist nicht der O-Ton – ich gebe zu, ich weiß ihn schon gar nicht mehr so recht, aber inhaltlich war es genau das).

Als nächstes weiß ich, dass ich meine Brille suche. Ich habe sie auch gefunden – ich brauche eine neue.

Dazu habe ich am Jochbein eine leichte Schwellung. Alles im allen also nicht schlimm im Sinne von Verletzt oder gar noch schlimmeres.

Warum schreibe ich das hier auf? Ich schreibe das hier auf, weil es ein weiteres mal zeigt, was passiert, wenn man die Augen vor Rechtsextremismus verschliesst.

Ich nehme das heutige Geschehen als Warnung mit – aber ich werde nicht aufhören, Rechtsextremismus zu benennen und zu bekämpfen. Wegdiskutieren funktioniert nämlich nicht.

Ich finde, unser Land hat keinen Patz für solche Gedanken und solches Handeln. Wir müssen uns dagegen stellen.

Update: Da ich gefragt wurde, wo man denn Geld für eine neue Brille spenden könne – gar nicht. Gebt das Geld dort hin, wo es den Nazis weh tut! Ich empfehle hier ein Projekte: Das Nazi-Aussteigerprojekt Exit.

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13 Antworten zu “Ich brauch eine neue Brille, weil Faschos meine kaputt gemacht haben”

  1. […] vor seiner Haustüre. Urbach bemerkte es erst als er schon eine Faust im Gesicht hatte. Nach Urbachs Schilderung sagte der Täter sinngemäß, dass Urbach sich “nicht mehr um die Kanaken […]

  2. […] aufruft das wir Nerds uns in einer Sprache ausdrücken sollen die auch von allen verstanden wird.Stephan Urbach – Ich brauch eine neue Brille, weil Faschos meine kaputt gemacht haben.Es kann und sollte nicht angehen das ein unbescholtener Bürger auf der Strasse niedergeschlagen […]

  3. […] Eine unglaubliche Schweinerei! Aber lest selbst in Stefans Blog, ich zitiere das hier nur an: Ich brauch eine neue Brille, weil Faschos meine kaputt gemacht haben […]

  4. […] “Ich brauch eine neue Brille, weil Faschos meine kaputt gemacht haben” Stephan Urbach, prominentes Mitglied der Piraten, wurde gestern Abend vor seinem Haus verprügelt weil er das Refugee Camp in Berlin unterstützt und von dort live streamt. […]

  5. […] lauerten ihm Nazis auf und schlugen ihm die Brille von der Nase. Dazu hatten sie eine Botschaft: “Kümmer dich nicht um die […]

  6. […] Kümmer dich nicht um die Kanacken… Berlin, Braunes, BRD, Link […]

  7. […] Stephan Urbach wurde aufgelauert […]

  8. […] ein paar Tagen hatte dann Herr Urbach eine solche Begegnung. Aber das ist ja Berlin. Nicht […]

  9. […] hier im Camp schon Übergriffe von Rechten hatten – auch auf Aktivisten, bei denen es einen Überfall vor der eigenen Haustür gab. Zum anderen bringen diese Notunterkünfte, die ja nur temporär gedacht sind, das Problem mit […]

  10. […] Es macht keinen Spaß, weil diejenigen, denen eins diese vorhandenen Missstände aufzeigt, dadurch Arbeit haben. Es macht keinen Spaß, weil eins damit Behörden die Statistik versaut. Es macht auch keinen Spaß, weil einem Nazis aufs Maul hauen wollen und es irgendwann auch tun. […]

  11. […] Angriffen auf AntiRassist*innen gegeben, bei der unter anderem mein Briefkasten aufgebrochen und Stephan Urbach überfallen wurde. Vermutlich ist das Ziel Angst und Verunsicherung zu schüren und Menschen dazu zu bringen […]

  12. […] hoffe, das war laut genug. Ich werde mich genauso wenig wie nach dem tätlichen Angriff auf mich zurück ziehen und das Nazipack wird mich nicht mundtot bekommen. Antifaschismus ist Handeln gegen […]

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