Bildet Ban^wProvider!

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„Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“
Friedrich Wilhelm Raiffeisen

katzeWir haben es alle vermutlich mehrfach gelesen. Die -T–elekom macht ernst und scheißt auf die Netzneutralität und auf Geschwindigkeit. Angeblich wegen des vielen Traffics, doch das ist Bullshit – es geht einfach drum, noch mehr Kohle zu scheffeln, denn die Milliarden, die sie bereits macht, sind natürlich nicht genug.

Kai Biermann hat bei der Zeit mal aufgeschrieben, warum das ein Problem ist und kommt zu der Lösung, entweder die Telekom zu verstaatlichen (die er selbst wieder verwirft, denn der Staat, der meint es ja nachweislich gut mit uns und wir können dann davon ausgehen, dass wir dann überwacht werden) und/oder endlich mal Netzneutralität gesetzlich zu verankern. Die Idee halte ich für gut, denke aber nicht, dass es vor 2025 passieren wird, so viel Vertrauen habe ich in unserer Politik.

Doch was tun?

Lasst uns es besser machen. Wir haben die Möglichkeit, sowas zu tun. Provider sein ist kein Hexenwerk und keine schwarze Magie. Wir können das wirklich machen. Demokratischer. Besser. So, dass auch Menschen mit wenig Geld in den Genuss von schnellem Internet kommen. Wir können das genossenschaftlich regeln, und das ist wirklich nicht schwer. Genossenschaften sind mit die demokratischste Möglichkeit, Firmen zu führen. Egal wieviel von einer Genossenschaft einer Person gehört, es verändert nicht, wie bei einer AG, das Stimmgewicht. Vielleicht kommen wir so dem Traum vom demokratischen Internet entgegen. Vielleicht scheitert es. Egal, es wurde dann wenigstens versucht. Mehr über Genossenschaften gibt es bei der Wikipedia.

Ein paar Vögelchen zwitscherten mir, dass es Menschen gibt, die das nun vorhaben. Ich werde mir das ansehen, den Prozess mitmachen und hoffe, dass in wenigen Monaten dann die „Wir haben die schnellen Katzenvideos e.G.“ steht und den Konzernen anfangen kann, die Stirn zu bieten. Für eine schnellere Katzenvideo-Welt. Denn nur darum geht es, oder?

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12 Antworten zu “Bildet Ban^wProvider!”

  1. Nivatius sagt:

    Wäre toll wenn du uns auf dem laufenden hälst! Würde dann auch bei Katzenvideos e.G. Anteile kaufen.

  2. dietpunk sagt:

    In Leipzig haben sich im Umfeld des sublab ein paar Menschen getroffen und bei einem lokalen ISP eine dicke Leitung angemietet die sie jetzt synchron und preiswert in ihrer Nachbarschaft verteilen. Bis zu 20Mbit für €20,-/Monat :)

    Organisiert ist das Ganze als wirtschaftlicher Verein; das ist eine eher arkane Unternehmensform die alle demokratischen Vorteile einer Genossenschaft hat aber deutlich weniger Verwaltungsoverhead.

    Wer Interesse und Fragen zu den Details hat, kann gerne am kommenden Montag zum Workshop „Bau dir dein Netz doch selbst“ der Piraten Lindewitz kommen [4].

  3. Lore sagt:

    Gute Idee, lass uns mal anfagen damit!

    • Stephan Urbach sagt:

      Was willst du mir damit sagen?

      • Er will wohl ans alte Individual Network e.V. erinnern – an die hab ich auch gedacht, als ich Deinen Artikel gelesen habe.

        Das IN ist zwar tot, aber wenn ich meine inka.de-Adresse in Nerdkreisen vorzeige, treffe ich erstaunlich oft auf Leute, die damals IN-Vereine betrieben haben und damit eigene Provider, teilweise existieren auch noch Rest-Strukturen. Vielleicht lassen sich da ein paar Leute mit ins Boot holen.

  4. Korsarmuc sagt:

    Ich glaube an diesem Weg kommen wir nicht vorbei.
    Ich würde sofort einsteigen.
    Übernehme gerne den Münchener Bereich.
    Dran bleiben.
    Greets.

  5. jemus42 sagt:

    Ich dachte das Problem bei dem Ansatz sei, dass die physischen Kabel immer noch der Telekom gehörten, und man sich dann immer noch mit ebenjener auseinandersetzen muss, wenn man einen alternativen ISP aufmachen will, oder… ist das doch kein Problem? Oder ist es nur ein lösbares Problem?

    So oder so, klingt wenigstens nach einer interessanten Idee.

    • dietpunk sagt:

      Nope. Falsch. Wenn du dir dicke Kabel holst gibt’s die von mehreren Anbietern (bspw. HLKomm, QSC, Colt, …). Die legen dir das dann auch an Orte an denen die Telekom sich weigert Kabel zu legen. Ist halt erst einmal eine Investition. Aber zumindest in Großstädten wie Berlin, Leipzig oder auch nur Reichenbach (Vogtland) bestreitbar.

  6. Dieter sagt:

    Nur mal so eine Frage, welche Leitungen sollen denn genutzt werden bei neuen Anbietern ? Es gibt entweder die von der Telekom oder die von den Kabelanbietern. Das bedeutet die Telekom wird die Nutzungsgebühren der Leitungen entsprechend hoch setzen und ob da ein Prozess zu gewinnen wäre, wage ich bei der derzeit regierungstreuen Justiz zu bezweifeln.

  7. Jan sagt:

    Ich wäre sofort als Genosse mit dabei.

  8. […] hatte ja neulichst erst geschimpft, dass das halt selbst gemacht werden muss mit dem Providersein und das da Menschen was […]

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